Weißkugel 01.06.2019

Als Saisonabschluss haben wir uns noch eine Schmankerltour herausgesucht: Die Weißkugel von Melag aus. Wir fuhren also freitags Abends auf den Parkplatz am Talschluss des Langtauferer Tals und bereiteten uns auf die Nacht vor. Sie sollte relativ kurz werden, um 4 Uhr klingelte der Wecker.
Nach einem schnellen Müslifrühstück machten wir uns fertig und um 4:30 ging es los. Zu Fuß starteten wir Richtung Melager Alm. Es dauerte etwa eine halbe Stunde, bis wir den Schnee erreichten und unsere Laufschuhe an einem Baum deponieren konnten.
Nun ging es auf Ski weiter. Erst einmal hielten wir die Richtung bei. Unser Ziel war das untere Bärenbartjoch, für das wir auf den Bärenbartferner mussten. Der Anstieg steilte kurz vor Betreten des Ferners auf und wir wechselten auf die alte Seitenmoräne. Die Ski. Kamen kurzerhand an den Rucksack und so stapften wir erst schneefrei, zuletzt und gutem Trittschnee, auf den Ferner.
Die Ski kamen wieder unter die Füße und der lange Bärenbartferner lag vor uns. Die Sonne kam langsam über den Bergrücken und schlagartig wurde es warm. Steten Schrittes gingen wir auf das Joch zu. Dort angekommen entschieden wir uns dazu, mit Fellen die etwa 100hm abzufahren, um dann über den Matscher Ferner zum Skidepot am Südgrat der Weißkugel zu kommen. Etwa 4,5h waren wir in gemütlichem Tempo unterwegs und wechselten auf die Steigeisen. Der Südgrat war noch unversperrt und so gingen wir es an. Vorsichtshalber nahmen wir noch einen Pickel mit, wir wussten ja nicht, was uns erwartet. Aber wir kamen sehr schnell und ohne Probleme hinüber und standen alleine am Gipfelkreuz der Weißkugel.
Wir genossen die Aussicht, entschieden uns aber, ein windgeschütztes Fleckchen für das zweite Frühstück zu suchen. Auf 3738m wehte doch ein frischer Wind. Also stiegen wir den Grat zurück zu unseren Ski. Jetzt kamen auch die ersten Tourengeher aus dem Schnalstal an. Hinter einer Wechte nahmen wir Platz und machten ausgiebig Rast.
Nach der Stärkung fuhren wir zurück in Richtung unteres Bärenbartjoch. Hier mussten wir die Felle wieder unter die Ski machen und in brütender Hitze den Südhang aufsteigen. Zum Glück war er noch relativ fest und damit gut zu gehen. Am Joch inspizierten wir den Schnee am Bärenbartferner. Auf 3300m war er leider schon sehr weich und wir gingen unsere Optionen durch. Schnell fanden wir auf der Karte eine Möglichkeit, zum Freibrunner Ferner hinüber zu kommen. Er war etwas weiter nach Westen gerichtet und von einer Felsrippe geschützt. Auf dem Weg dorthin nahmen wir noch einen kleinen Gipfel mit. Am Freibrunner Ferner angekommen stellte sich schon ein breites Grinsen bei uns ein: Zischfirn vom Feinsten! Wir hatten vom Gipfel bis ins Tal 1400 Höhenmeter besten Firn. Die Abfahrt war eine helle Freude und ein würdiger Abschluss für diese Tour. Im Talboden war es dann natürlich etwas weicher alles, wir konnten trotzdem noch bis zu unserem Schuhdepot fahren.
Die letzten 3km ging es dann an der Melager Alm vorbei zurück zum Parkplatz. Glücklich gönnten wir uns hier noch Kaffee und Kuchen und machten uns danach auf den Weg nach Hause...
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